TECHNOPOLITICS  evenings

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Freitag, 24. 11. 2017 20:00

Studio Eckermann/Nestler

1030, Neulinggasse 9

 

 

Wolfie Christl

Leben im Überwachungskapitalismus

Wir ahnen es alle. Wir werden online (und zunehmend auch offline) auf Schritt und Tritt beobachtet. Während dank Snowden's Enthüllungen einiges über Überwachung durch staatlicher Organe bekannt wurde, wurde der Überwachung zu kommerziellen Zwecken weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei ist in den letzten Jahren ist eine riesige, verzweigte und stark vernetzte Industrie entstanden, die in Echtzeit Daten sammelt, verknüpft, interpretiert, verkauft und zunehmend gegen uns einsetzt - von automatisierten Entscheidungen bis zur Beeinflussung von Verhalten. Ausgehend von seinen Studien "Networks of Control (2016)" und "Corporate Surveillance in Everyday Life (2017)", zeichnet Wolfie Christl (crackedlabs.org) die Konturen und Dimensionen dieser allgegenwärtigen Praktiken nach und stellt dabei die nachgewiesenen wie auch potentiellen Folgen für persönliche Autonomie, Machtverhältnisse, Gleichberechtigung und demokratische Prozesse zur Diskussion.

Wolfie Christl lebt in Wien und ist Programmierer, Forscher, Theoretiker und Netzaktivist. Er hat von 2000-2006 bei der Wiener Netzkulturinitiative Public Netbase mitgearbeitet und ist Mitinitiator des vielfach ausgezeichneten Online-Spiels "Data Dealer", das sich mit viel Witz und Ironie dem Thema Überwachung widmet. Seit einigen Jahren forscht er intensiv zu den gesellschaftlichen Implikationen der kommerziellen Nutzung persönlicher Daten und hat ein Buch und einige umfangreiche Studien zum Thema veröffentlicht. Außerdem schreibt er unregelmäßig für Medien wie die FAZ, hat beratend bei TV-Dokus mitgearbeitet und macht gewerkschaftliche Schulungen über betrieblichen Datenschutz. Er und seine Projekte wurden u.a. in der New York Times, Washington Post, Forbes, Guardian und Le Monde zitiert.

Tuesday, 10. 10. 2017 20:00

Studio Eckermann/Nestler

1030, Neulinggasse 9

 

Foto: Fredo De Smet

Mark Coeckelbergh

"Romantic Technologies, Exploited People, and the Revolution: From Hippie Computing to Data Sweatshops and Contemporary Technopolitical Movements and Practices."

In this talk I argue that our contemporary dealings with technology can be better understood by putting them in the context of the history of romanticism, which exerts its influence as today we seek liberation, escape, and unity by technological means. I show how romanticism has influenced the birth and use of computing and the internet, and how today we are still seduced by its magic and romantic promises. But there is a dangerous dialectic: like the enlightenment, romanticism has turned into its opposite: the magic of technologies is used by corporations to get our data and the promises of liberation and democracy have turned into new forms of slavery and exploitation. Can new technopolitical movements and practices do something about this? Or are they also trapped in romanticism.

Mark Coeckelbergh is Professor of Philosophy of Media and Technology at the Department of Philosophy, University of Vienna, Austria and part-time Professor of Technology and Social Responsibility at the Centre for Computing and Social Responsibility, De Montfort University, UK. He is also the current President of the Society for Philosophy and Technology. His publications include Using Words and Things (Routledge 2017), New Romantic Cyborgs (MIT 2017), Money Machines (Ashgate 2015), Environmental Skill (Routledge 2015), Human Being @ Risk (Springer 2013), Growing Moral Relations (Palgrave Macmillan 2012), and numerous articles in the area of philosophy of technology, including philosophy of robotics and ICT and topics such as language and technology, financial technologies, and machine creativity. He also actively explores questions concerning technology through collaborations with artists and curators.

Mittwoch 19. 4. 2017, 20:00

Studio Eckermann/Nestler

1030, Neulinggasse 9

 

Volkmar Klien

Musik als soziales Medium und Glaubensgemeinschaft.
Komponieren mit Weltmodellen und kognitiven Erweiterungen


Im Zeitalter der medientechnischen Fassbarkeit des Augenblicks verändern sich auch die Rollen und Möglichkeiten der einst so ephemeren Kunstform Musik, die immer schon eine eigentümliche Mischung aus formalen Beziehungen in virtuellen Welten und sehr körperlichen, sozialen Vollzügen war.
Volkmar Klien präsentiert anhand ausgewählter eigener Projekte Möglichkeiten der Einbettung alltäglicher Vollzüge in musikalisches Tun mit Hilfe von Computermodellen und beschreibt den Halt und die Stütze am Pflock des Augenblicks, die erst die allgemeine Maschine, jene gerade im Alltag verschwindende kognitive Erweiterung ermöglicht.

 
Volkmar Klien (*1971 in Hollabrunn) verbrachte seine Kindheit und Jugend in Wien; fasziniert vom Musikleben dieser Stadt mit seinen gloriosen Traditionen und antiquierten Ritualen. Ausgehend von diesem Hintergrund versucht er heute die Möglichkeiten von Komponieren, Musizieren und Hören weit über  klassische Konzertsituationen hinaus zu erweitern. Sein Interesse an den vielschichtigen Verbindungen zwischen den verschiedenen Modi menschlicher Wahrnehmung und den Rollen, die diese in der gemeinschaftlichen Schöpfung von Wirklichkeit einnehmen, führt ihn in die unterschiedlichsten Bereiche hörbarer, wie auch unhörbarer, Kunst. Er ist Professor für Komposition an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz.  www.volkmarklien.com

Freitag 28.4. 2017, 19:00
1050, Schwarzhorngasse 1
http://www.migrating-kitchen.com

 

Agents of Change - Change the Agents

TECHNOPOLITICS meets Migrating Kitchen

 

In memoriam Armin Medosch, dem Initiator von Technopolitcs, einer transdisziplinären Plattform aus KünstlerInnen, ForscherInnen, DesignerInnen und JournalistInnen widmet sich dieser Abend den Agents of Change. 
Als roter Faden dient ein Kunstprojekt, das aus dem gemeinsamen Diskurs der Gruppe in den letzten beiden Jahren entstanden ist. Tracing Information Society – a Timeline ist der Titel der Zeitleiste, die anhand eines mehrdimensionalen Mappings von politischen Ereignissen, technologischen Erfindungen und kulturellen Entwicklungen zur Kritik und Überwindung der neoliberalen Informations(un)ordnung beitragen will.
Vielleicht gelingt es anhand der Einträge zu Agents of Change Perspektiven zu verschieben, die Agenten zu wechseln, neue Aktionslinien und Einträge zu finden, wie etwa den "Budapest refugee march"…